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Einfluss der Substratkonzentration auf die enzymatische Reaktion

Die Geschwindigkeit vieler chemischer Reaktionen steigt mit zunehmender Substratkonzentration. Bei einer irreversiblen Enzymreaktion mit einem einzelnen Substrat nimmt mit steigender Substratkonzentration die Reaktionsgeschwindigkeit zu und nähert sich einem Maximalwert an.

Michaelis–Menten-Gleichung

Ausgehend von der Substratsättigung der Enzymreaktion formulierten der deutsche Biochemiker Leonor Michaelis und die kanadische Ärztin Maud Menten die Theorie des „Zwischenprodukts“: Das Enzym (E) bindet an das Substrat (S) und bildet ein instabiles Zwischenprodukt bzw. einen Komplex (ES), aus dem anschließend das Produkt (P) sowie freies Enzym (E) entstehen.

Einfluss der Substratkonzentration auf die Enzymreaktion

Die Beziehung zwischen Reaktionsgeschwindigkeit und Substratkonzentration wurde aus dieser Theorie abgeleitet, d. h. die Michaelis–Menten-Gleichung:
ν = d[P]/dt = Vmax[S]/(Km+[S])

Diese Gleichung dient der Untersuchung der grundlegenden Kinetik verschiedener Faktoren, die die Geschwindigkeit enzymatischer Reaktionen beeinflussen. Dabei bezeichnet v die Reaktionsgeschwindigkeit und die Enzymaktivität. [S] steht für die Substratkonzentration, Vmax für die maximale Reaktionsgeschwindigkeit, und Km ist die Michaelis-Konstante, Km = (k-1+k2) / k1. Der Wert der Michaelis-Konstante entspricht der Substratkonzentration, bei der die Enzymreaktionsgeschwindigkeit die Hälfte der maximalen Reaktionsgeschwindigkeit beträgt. Km ist eine charakteristische Konstante des Enzyms. Ist die Geschwindigkeitskonstante k-1 deutlich größer als k2, nähert sich Km der Dissoziationskonstante des Komplexes (ES) an. Somit beschreibt Km die Affinität des Enzyms zum Substrat. Ein hoher Km-Wert weist auf eine geringe Affinität zwischen E und S hin, ein niedriger Km-Wert auf eine hohe Affinität.

Substratsättigung der Enzymreaktion

Einfluss der Substratkonzentration auf die EnzymreaktionAbbildung 1. Michaelis–Menten-Sättigungskurve einer Enzymreaktion, die den Zusammenhang zwischen Substratkonzentration und Reaktionsgeschwindigkeit zeigt.

Bei konstanter Enzymkonzentration ist die Beziehung zwischen Substratkonzentration und Reaktionsgeschwindigkeit eine rechteckige Hyperbel. Bei niedriger Substratkonzentration ist der Anstieg der Reaktionsgeschwindigkeit proportional zum Anstieg der Substratkonzentration. Mit weiter zunehmender Substratkonzentration nimmt der Zuwachs der Reaktionsgeschwindigkeit allmählich ab. Schließlich erreicht die Reaktionsgeschwindigkeit ab einer bestimmten Substratkonzentration ein Maximum und steigt trotz weiterer Erhöhung der Substratkonzentration nicht weiter an.

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