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Umfassende Technologiedaten

Hyaluronidase in Kombinationstherapien: Daratumumab und Rituximab

Hyaluronidase, ein Enzym, das Hyaluronsäure (HA) in der extrazellulären Matrix abbaut, hat sich als zentrales Instrument zur Steigerung der Wirksamkeit monoklonaler Antikörpertherapien etabliert. Ihre Fähigkeit, HA abzubauen – einen Hauptbestandteil der extrazellulären Matrix, der die Verteilung großer Moleküle im Gewebe behindert – hat neue Möglichkeiten eröffnet, die Pharmakokinetik und die therapeutischen Ergebnisse antikörperbasierter Behandlungen zu verbessern. In Kombination mit monoklonalen Antikörpern wie Daratumumab (anti-CD38-moklonaler Antikörper) und Rituximab (anti-CD20-moklonaler Antikörper) kann Hyaluronidase eine bessere Gewebepenetration ermöglichen, die Bioverfügbarkeit erhöhen und die klinische Gesamtwirksamkeit steigern.

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Hyaluronidase wird in Kombination mit Daratumumab und Rituximab eingesetzt.

Hyaluronidase: Wirkmechanismus

Hyaluronidase-Enzyme katalysieren die Hydrolyse von Hyaluronsäure (HA), einem Glykosaminoglykan, das in der extrazellulären Matrix, im Bindegewebe und in der Synovialflüssigkeit vorkommt. Durch den Abbau von HA reduziert Hyaluronidase die Viskosität und Dichte der extrazellulären Matrix, wodurch die Gewebepermeabilität steigt und die Diffusion sowie Verteilung therapeutischer Wirkstoffe – wie monoklonaler Antikörper – im Gewebe verbessert wird.

Die Fähigkeit, die extrazelluläre Matrix zu modifizieren, ist insbesondere in der Krebstherapie von hoher Relevanz, da solide Tumoren häufig eine hohe HA-Dichte aufweisen, die als Barriere wirkt und die effektive Abgabe therapeutischer Antikörper und anderer großer Moleküle limitiert. Hyaluronidase reduziert diese Barriere, sodass monoklonale Antikörper Tumorgewebe besser penetrieren und die Arzneimittelwirksamkeit verbessern können.

Mechanismen der Hyaluronidase zur Steigerung der transdermalen Abgabeeffizienz: Veränderung der Keratinkonfiguration, Auflockerung des subkutanen Raums und Zerstörung der ECM-Barriere.Abbildung 1. Hyaluronidase-gestützte Mikronadeln zur signifikanten Steigerung der transdermalen Abgabeeffizienz. (Hu et al., 2022)

Monoklonale Antikörper in der Krebstherapie

Monoklonale Antikörper (mAbs) sind ein Grundpfeiler der modernen Krebstherapie. Sie sind darauf ausgelegt, spezifische Antigene auf Tumorzellen zu adressieren, was zu immunvermitteltem Zelltod, Hemmung des Tumorwachstums oder Modulation von Immunantworten führt. Daratumumab und Rituximab sind zwei Beispiele für monoklonale Antikörper, die in der Onkologie широко eingesetzt werden, insbesondere bei der Behandlung hämatologischer Malignome.

Daratumumab wirkt über direkte tumorbezogene Effekte und immunmodulatorische Effekte und führt zum Absterben von Myelomzellen.Abbildung 2. Wirkmechanismen von Daratumumab. (Lamb, 2020)

Mechanismen von Rituximab während komplementvermittelter Zytotoxizität, FcλR/CR-vermittelter opsonischer Phagozytose oder ADCC sowie direkter Lyse.Abbildung 3. Rituximab-opsonisierte B‑Zellen werden über mindestens drei Signalwege angegriffen und abgetötet. (A) Die Bindung von Rituximab aktiviert die Komplementkaskade, wodurch der Membranangriffskomplex entsteht, der B‑Zellen durch komplementvermittelte Zytotoxizität direkt lysieren kann. (B) Die Komplementaktivierung führt zudem zur Ablagerung von C3b/iC3b-Fragmenten auf der B‑Zelle. Der Fc‑Anteil von Rituximab und die abgelagerten C3b/iC3b-Fragmente ermöglichen die Erkennung sowohl durch Fcγ‑Rezeptoren als auch durch Komplementrezeptoren 1 und 3 auf Makrophagen, was zu Phagozytose und antikörperabhängiger zellvermittelter Zytotoxizität führt. (C) Die Bindung von Rituximab ermöglicht die Interaktion mit natürlichen Killerzellen über FcγRIII und Komplementrezeptor 3, was zu antikörperabhängiger zellvermittelter Zytotoxizität führt. Abkürzungen: ADCC, antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität; FcγR, Fcγ‑Rezeptor; MAC, Membranangriffskomplex; NK, natürliche Killerzelle. (Taylor und Lindorfer, 2007)

Sowohl Daratumumab als auch Rituximab sind hochwirksam, können jedoch durch Herausforderungen wie unzureichende Gewebepenetration, begrenzte Bioverfügbarkeit und lange Infusionszeiten beeinträchtigt werden – insbesondere bei soliden Tumoren oder bei Patient:innen mit hoher Tumorlast.

Mechanismen, über die Hyaluronidase die therapeutische Wirksamkeit steigert

Die Vorteile von Hyaluronidase in Kombinationstherapien mit Daratumumab und Rituximab lassen sich auf mehrere Mechanismen zurückführen:

Hyaluronidase in Kombinationstherapien mit Daratumumab

Der Infusionsprozess von Daratumumab kann aufgrund seiner relativ hohen Viskosität mitunter herausfordernd sein, was die Applikation über eine Standard-Infusion intravenös (i.v.) erschwert. Durch die Kombination von Daratumumab mit Hyaluronidase wird der Applikationsprozess deutlich verbessert. Hyaluronidase baut die extrazelluläre Matrix ab und ermöglicht dadurch eine bessere Verteilung von Daratumumab im Gewebe. Diese Kombination bietet mehrere wesentliche Vorteile:

Hyaluronidase in Kombinationstherapien mit Rituximab

Wie Daratumumab profitiert auch Rituximab von der Zugabe von Hyaluronidase in Kombinationsregimen. Der Einsatz von Rituximab ist nicht auf hämatologische Neoplasien beschränkt; er wurde auch bei soliden Tumoren untersucht. Die Fähigkeit von Rituximab, dichtes Tumorgewebe zu penetrieren, kann jedoch aufgrund des hohen HA-Gehalts im Tumormikromilieu limitiert sein.

Fallstudien

Fall 1: Subkutanes Rituximab mit rekombinanter humaner Hyaluronidase in der Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms und der chronischen lymphatischen Leukämie; Hill und Davies, 2018

Rituximab, ein anti-CD20-moklonaler Antikörper, hat in mehreren B‑Zell-Malignomen einen signifikanten klinischen Nutzen gezeigt. Ursprünglich für die intravenöse Infusion formuliert, ist die Anwendung häufig mit langen Infusionszeiten und dem Risiko infusionsbedingter Reaktionen verbunden. Zur Adressierung dieser Herausforderungen untersuchte ein klinisches Entwicklungsprogramm die subkutane Applikation von Rituximab in Kombination mit rekombinanter humaner Hyaluronidase. Diese Studie fasst die Evidenz zusammen, dass subkutan verabreichtes Rituximab in fixer Dosis eine nicht unterlegene Pharmakokinetik und eine vergleichbare klinische Wirksamkeit bei der Behandlung des follikulären Lymphoms, der chronischen lymphatischen Leukämie und des diffus großzelligen B‑Zell-Lymphoms bietet. Dieses alternative Dosierungsregime wird sowohl von Patient:innen als auch von Gesundheitsfachkräften bevorzugt und bietet Zeit- und Kostenvorteile.

Tabelle 1. Ansprechraten in der SABRINA-Studie am Ende der Induktionstherapie mit vergleichbaren Ergebnissen zwischen intravenöser und subkutaner Applikation über alle Körperoberflächenbereiche hinweg. (Hill und Davies, 2018)

Subkutanes Rituximab mit rekombinanter humaner Hyaluronidase in der Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms und der chronischen lymphatischen Leukämie.

Fall 2: Subkutanes Daratumumab und Hyaluronidase-fihj bei neu diagnostiziertem oder rezidiviertem/refraktärem Multiplem Myelom; Sanchez et al., 2021

Daratumumab, ein CD38-targetierender monoklonaler Antikörper mit Zulassung für das Multiple Myelom, wurde von einer intravenösen (i.v.) in eine subkutane (s.c.) Formulierung überführt, die gemeinsam mit Hyaluronidase koformuliert ist (Dara‑SC). Klinische Studien, einschließlich PAVO und COLUMBA, zeigten, dass Dara‑SC eine vergleichbare Wirksamkeit, Pharmakokinetik und Sicherheit wie i.v. Daratumumab aufweist, bei zusätzlichen Vorteilen wie deutlich kürzerer Applikationszeit, weniger infusionsbedingten Reaktionen (IRRs) und geringerem Injektionsvolumen. Die Phase‑III‑Studie COLUMBA bestätigte die Nichtunterlegenheit bei rezidiviertem/refraktärem Multiplem Myelom (RRMM) mit weniger IRRs im s.c.-Arm. Die laufende PLEIADES-Studie evaluiert Dara‑SC weiterhin in Kombination mit Standardtherapien bei neu diagnostizierten sowie rezidivierten/refraktären Patient:innen und zeigt vielversprechende Ansprechraten sowie ein günstiges Sicherheitsprofil.

Subkutanes Daratumumab und Hyaluronidase-fihj bei neu diagnostiziertem oder rezidiviertem/refraktärem Multiplem Myelom.Abbildung 4. Ansprech- und Sicherheitsdaten in klinischen Studien zu subkutanem und intravenösem Daratumumab. d, Dexamethason; Dara‑IV, intravenöses Daratumumab; Dara‑SC, subkutanes Daratumumab; IRR, infusionsbedingte Reaktion; M, Melphalan; n, Stichprobengröße; N/A, nicht anwendbar; ORR, Gesamtansprechrate; P, Prednison; R, Lenalidomid; V, Bortezomib.

Zusammenfassend stellt der Einsatz von Hyaluronidase in Kombination mit monoklonalen Antikörpern wie Daratumumab und Rituximab einen bedeutenden Fortschritt in therapeutischen Strategien bei Krebs und anderen Erkrankungen dar. Durch die Verbesserung der Gewebepenetration, die Optimierung der Pharmakokinetik und die Ermöglichung einer patientenfreundlicheren subkutanen Applikation trägt Hyaluronidase dazu bei, wesentliche Limitationen monoklonaler Antikörpertherapien zu überwinden. Dieser Kombinationsansatz verspricht nicht nur bessere klinische Ergebnisse, sondern auch eine höhere Lebensqualität der Patient:innen und markiert damit einen weiteren Schritt in der Weiterentwicklung der Krebstherapie und biologischer Therapien.

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Haftungsausschluss
Unsere Hyaluronidase-Produkte sind ausschließlich für Forschungs- und industrielle Anwendungen bestimmt und nicht für die direkte Anwendung durch Einzelpersonen zu medizinischen oder kosmetischen Zwecken vorgesehen. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie für eine individuelle Beratung stets eine qualifizierte medizinische Fachkraft.

References:

  1. Hill SL, Davies A. Subcutaneous rituximab with recombinant human hyaluronidase in the treatment of non-Hodgkin lymphoma and chronic lymphocytic leukemia. Future Oncol. 2018;14(17):1691-1699. doi:10.2217/fon-2017-0574
  2. Hu W, Peng T, Huang Y, et al. Hyaluronidase-powered microneedles for significantly enhanced transdermal delivery efficiency. Journal of Controlled Release. 2023;353:380-390. doi:10.1016/j.jconrel.2022.11.046
  3. Lamb YN. Daratumumab: a review in combination therapy for transplant-eligible newly diagnosed multiple myeloma. Drugs. 2020;80(14):1455-1464. doi:10.1007/s40265-020-01385-x
  4. Sanchez L, Richter J, Cho HJ, et al. Subcutaneous daratumumab and hyaluronidase-fihj in newly diagnosed or relapsed/refractory multiple myeloma. Therapeutic Advances in Hematology. 2021;12:2040620720987075. doi:10.1177/2040620720987075
  5. Taylor RP, Lindorfer MA. Drug Insight: the mechanism of action of rituximab in autoimmune disease—the immune complex decoy hypothesis. Nat Rev Rheumatol. 2007;3(2):86-95. doi:10.1038/ncprheum0424