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Enzyme für Forschung, Diagnostik und industrielle Anwendung

Faktor XI

Offizieller vollständiger Name
Faktor XI
Hintergrund
Faktor XI ist ein Plasmaglykoprotein, das in einem nichtkovalenten Komplex mit hochmolekularem Kininogen zirkuliert. Das reife Molekül wird in der Leber synthetisiert und liegt als zweikettiger Homodimer mit einem Molekulargewicht von etwa 160.000 vor. Es wird geschätzt, dass 5 % der Gesamtmasse auf Kohlenhydrate entfallen. Die beiden identischen Monomere haben Molekulargewichte von 80.000 und sind durch Disulfidbrücken miteinander verbunden. Entsprechend erscheint Faktor XI in der SDS-PAGE-Analyse sowohl unter nichtreduzierenden (Mr = 160.000) als auch unter reduzierenden Bedingungen (Mr = 80.000) als einzelne Bande. Faktor XI zirkuliert als Zymogen und benötigt eine proteolytische Aktivierung, um Serinprotease-Aktivität zu erlangen. Die Umwandlung von Faktor XI zu Faktor XIa wird durch Faktor XIIa katalysiert und führt zur Spaltung der Arg369–Ile370-Bindung in jedem Monomer. Faktor XIa besteht aus zwei vom NH2-Terminus abgeleiteten schweren Ketten und zwei vom COOH-Terminus abgeleiteten leichten Ketten, die sämtlich durch Disulfidbrücken zusammengehalten werden. Faktor XIa ist im intrinsischen Gerinnungsweg beteiligt, indem es die Umwandlung von Faktor IX zu Faktor IXa katalysiert. Eine Blutungsstörung, die als Plasma-Thromboplastin-Antzedens-Mangel bezeichnet wird, resultiert aus einem Mangel an prokoagulatorischer Aktivität von Faktor XI. Die bei Patienten mit Faktor-XI-Mangel beobachteten variablen Blutungsneigungen korrelieren weder mit der Faktor-XI-Aktivität noch mit den Antigenspiegeln. Diese letztgenannte Beobachtung könnte mit der Fähigkeit des Gewebefaktor/Faktor-VIIa-Komplexes zusammenhängen, ebenfalls Faktor IX zu IXa zu aktivieren. Historisch war Faktor XI aufgrund seiner relativ niedrigen Konzentration im Plasma und seiner Anfälligkeit für Proteolyse schwer zu reinigen. Faktor XI wird aus frisch gefrorenem Plasma gereinigt, das durch zugesetzte Inhibitoren stabilisiert wird. Das Plasma wird zunächst mit BaCl2 behandelt, um die Vitamin-K-abhängigen Proteine zu entfernen; anschließend wird Faktor XI mittels Affinitätschromatographie isoliert. Ein abschließender Chromatographieschritt an Heparin-Sepharose liefert eine homogene Präparation von intaktem Faktor XI. Das Endprodukt wird in 50 % (Vol./Vol.) Glycerol/H2O geliefert und sollte bei −20 °C gelagert werden.
Synonyme
Humaner Faktor XI; Faktor XI
Katalog Produktname EG-Nr. CAS-Nr. Quelle Preis
CZY-008 Humanfaktor XI 9013-55-2 Mensch Anfrage
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