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Professionelle und kostensparende Lösungen

Computergestützte Gestaltung und Simulationen von Enzymsubstraten

Computergestützte Methoden können die Substratentdeckung beschleunigen, indem sie Enzym-Substrat-Interaktionen vor der experimentellen Prüfung vorhersagen. Creative Enzymes bietet integrierte Dienstleistungen für computergestütztes Design und Simulation an, die Strukturmodellierung, molekulares Docking und prädiktive Analytik kombinieren, um die Substratidentifikation zu optimieren.

Hintergrund zu computergestütztem Design und Simulationen von Enzymsubstraten

Computergestütztes Design und Simulationen stellen den vierten und zunehmend entscheidenden Schritt im integrierten Workflow der Substrat-Screening und -Identifikation dar. In dieser Phase werden in silico-Tools eingesetzt, um den experimentellen Prozess zu rationalisieren, zu verfeinern und zu beschleunigen und Rohdaten in umsetzbare Erkenntnisse zu verwandeln.

Computational design and simulations of enzyme substrates (adapted from Barruetabeña 2019; Pérez-Rodríguez 2016)

Position im Workflow

Dieser Schritt agiert nicht isoliert, sondern dient als leistungsstarke Brücke und Feedbackschleife im weiteren Kontext:

  • Schritt 1 (Technischer Support & Erstevaluierung): Liefert erste experimentelle Daten zum Enzymverhalten, die die computergestützten Modelle informieren.
  • Schritt 2 (Bibliothekskonstruktion): Leitet das Design fokussierter, rationaler Bibliotheken auf Basis vorhergesagter Substrat-Enzym-Interaktionen.
  • Schritt 3 (HTS & Screening): Analysiert HTS-Ergebnisse, um Struktur-Aktivitäts-Beziehungen (SAR) zu identifizieren und Treffer für die Validierung zu priorisieren.
  • Schritt 4 (Computergestütztes Design): Nutzt alle vorherigen Daten, um die besten Substrate vorherzusagen und zu optimieren und schließt so den Kreis zwischen Experiment und Theorie.

Zentrale Beiträge zum Workflow

  • Vorselektions-Leitfaden (vor HTS): Mithilfe der 3D-Struktur des Enzyms kann das virtuelle Screening digitaler Verbindungsbibliotheken eine vielversprechende Substratauswahl für die physische HTS-Bibliothek priorisieren und so den Screening-Prozess effizienter und kostengünstiger gestalten.
  • Nachanalyse (nach HTS): Wenn HTS eine Liste aktiver „Hits“ liefert, helfen molekulares Docking und Dynamiksimulationen zu erklären, warum diese Hits aktiv sind. Dies identifiziert Schlüsselin­teraktionen und filtert falsch-positive oder unspezifische Binder heraus.
  • Hit-to-Lead-Optimierung: Für die vielversprechendsten Substrate können computergestützte Tools Analoga entwerfen und bewerten, um die Bindungsaffinität (niedrigeres KM) oder den katalytischen Umsatz (höheres kcat) zu verbessern, mit dem Ziel, kcat/KM zu maximieren. So entsteht eine Shortlist optimaler Kandidaten für Synthese und Validierung, was erheblich Zeit und Ressourcen spart.

Computergestütztes Design und Simulationen sind der Höhepunkt des Substratidentifikationsprozesses. Sie stellen sicher, dass die Auswahl des „besten Substrats“ nicht nur eine empirische Beobachtung ist, sondern auf einem rationalen, mechanistischen Verständnis der Enzym-Substrat-Interaktion basiert. Durch die Integration von Rechenleistung mit experimentellen Daten wird das F&E-Risiko reduziert, die Zykluszeit verkürzt und ein robusteres, besser charakterisiertes Endergebnis erzielt.

Unsere Serviceangebote

Unsere computergestützten Modellierungs- und Simulationsdienstleistungen bieten einen kosteneffizienten, datengetriebenen Ansatz zur Beschleunigung der Substratentdeckung und -optimierung. Durch die Integration von molekularer Modellierung, Docking und dynamischen Simulationen können wir Enzym-Substrat-Interaktionen mit hoher Zuverlässigkeit vorhersagen, den experimentellen Versuch-und-Irrtum reduzieren und ein rationales experimentelles Design unterstützen.

Zentrale Kompetenzen

Molecular docking simulations of enzyme–substrate binding interactions (Hu et al., 2024)

Molekulares Docking und Bindungsanalyse

Wir verwenden fortschrittliche Docking-Algorithmen, um vorherzusagen, wie Kandidatensubstrate im aktiven Zentrum des Enzyms interagieren. Bindungsorientierung, Wasserstoffbrücken, hydrophobe Kontakte und sterische Passung werden analysiert, um günstige Bindungsmodi zu identifizieren.

Structure-based enzyme design to enhance catalytic activity (Xu et al., 2023)

Strukturbasiertes Substratdesign

Unter Nutzung von Enzymkristallstrukturen oder hochwertigen Homologiemodellen entwerfen wir neuartige Kandidatensubstrate mit verbesserter Bindungsaffinität, katalytischer Effizienz oder Selektivität.

Molecular dynamics simulations of CerS2 identifying potential binding pockets (Zelnik et al., 2023)

Molekulardynamik (MD)-Simulationen

Um die Flexibilität des Enzyms zu erfassen, simulieren wir konformationelle Veränderungen bei Substratbindung. Dies liefert Einblicke in Induced-Fit-Mechanismen, Übergangszustände und Stabilität unter verschiedenen Bedingungen.

Workflow for de novo pathway design with predictive scoring and ranking (Upadhyay et al., 2023)

Prädiktives Scoring und Ranking

Kandidatensubstrate werden mit prädiktiven Bewertungsfunktionen (Bindungsenergie, freie Energie-Berechnungen, Interaktionsnetzwerke) bewertet, um die vielversprechendsten Treffer für die experimentelle Validierung zu priorisieren.

Service-Workflow

Workflow diagram of computational design and simulation services for enzyme substrates

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Erfahren in molekularer Modellierung, Docking und Simulationstechniken.

Integration mit experimentellen Daten

Computergestützte Vorhersagen steuern effiziente Labortests.

Mechanistische Einblicke

Enthüllt Bindungsinteraktionen und konformationelle Dynamik.

Zeit- und Kostenersparnis

Reduziert experimentelles Versuch-und-Irrtum.

Anpassbare Modellierung

Maßgeschneiderte Workflows für verschiedene Enzymtypen und Projektziele.

Hohe Vorhersagegenauigkeit

Optimierte Algorithmen verbessern die Zuverlässigkeit der Kandidatenauswahl.

Fallstudien und Erfolgsgeschichten

Fall 1: Virtuelles Screening von Phosphatase-Substraten für die Krebsforschung

Kundenbedarf:

Eine universitäre Forschungsgruppe, die eine neuartige Phosphatase mit vermuteter Rolle bei der Tumorsuppression untersuchte, musste Kandidatensubstrate für die biochemische Validierung identifizieren. Experimentelles Screening von Tausenden Verbindungen war zu kostenintensiv und zeitaufwendig.

Unser Ansatz:

Wir erstellten ein Homologiemodell der katalytischen Domäne der Phosphatase und führten molekulares Docking von ~5.000 potenziellen phosphorylierten Peptiden und Analoga durch. Docking-Scores und Bindungsinteraktionen wurden analysiert, um die Substratkompatibilität vorherzusagen. Die besten Kandidaten wurden molekulardynamischen Simulationen unterzogen, um konformationelle Veränderungen und Bindungsstabilität zu bewerten.

Ergebnis:

Auf Basis der computergestützten Vorhersagen priorisierten wir 15 Substrate mit hoher Wahrscheinlichkeit für die experimentelle Validierung. Nachfolgende biochemische Tests bestätigten, dass 4 davon effizient durch das Enzym dephosphoryliert wurden. Durch die Eingrenzung der Kandidaten mittels Simulationen konnte die Forschungsgruppe die Laborarbeit um >80% reduzieren und zuverlässige Substrate für ihre mechanistischen Krebsstudien identifizieren.

Fall 2: Design neuartiger Protease-Substrate für das industrielle Enzym-Engineering

Kundenbedarf:

Ein Industrieunternehmen für Enzyme wollte eine Protease-Variante mit verbesserter Spezifität für die Lebensmittelverarbeitung entwickeln. Traditionelles Substratprofiling lieferte nur begrenzte Einblicke in die Selektivität, und der Kunde benötigte neuartige Substratdesigns zur gezielten Mutagenese.

Unser Ansatz:

Unter Verwendung der Kristallstruktur der Protease führten wir ein strukturbasiertes Substratdesign durch, indem wir Peptidanaloga mit Modifikationen an den P1- und P2'-Positionen modellierten. Docking- und MD-Simulationen wurden eingesetzt, um Bindungsaffinität und induzierte konformationelle Veränderungen zu bewerten. Eine prädiktive Scoring-Pipeline bewertete die Kandidaten anhand berechneter freier Bindungsenergie und Interaktionsmustern im aktiven Zentrum.

Ergebnis:

Simulationen identifizierten eine Reihe von Peptidsubstraten mit stärker vorhergesagter Bindung und verbessertem Spaltungspotenzial. Nach Synthese und Test zeigten zwei der entworfenen Substrate signifikant höhere Umsatzraten als bestehende Benchmarks. Die Ergebnisse lieferten dem Kunden klare Mutageneseziele zur weiteren Optimierung der Protease und reduzierten letztlich die Entwicklungszeit sowie verbesserten die Enzymleistung in Verarbeitungstests.

FAQs—Computergestütztes Design und Simulationen von Enzymsubstraten

  • F: Wie genau sind computergestützte Vorhersagen im Vergleich zu experimentellen Ergebnissen?

    A: Keine in silico-Methode ist perfekt, aber unser Workflow kombiniert molekulares Docking, Molekulardynamik-Simulationen und prädiktives Scoring, was die Zuverlässigkeit deutlich erhöht. In vielen Fällen reduzieren computergestützte Vorhersagen den experimentellen Aufwand um 70–80%, sodass Sie sich auf die vielversprechendsten Substrate konzentrieren können.
  • F: Welche Eingangsdaten benötige ich für die computergestützte Analyse?

    A: Idealerweise verwenden wir eine Kristallstruktur oder Cryo-EM-Struktur Ihres Enzyms. Falls nicht verfügbar, können wir ein hochwertiges Homologiemodell auf Basis von Sequenzdaten generieren. Bekannte Substratpräferenzen (falls vorhanden) verfeinern die Vorhersagen weiter, sind aber nicht zwingend erforderlich.
  • F: Können Sie völlig neue Substrate entwerfen oder nur bestehende testen?

    A: Beides. Wir können große virtuelle Bibliotheken natürlicher oder synthetischer Substrate screenen, aber auch strukturbasiertes Design durchführen, um neuartige Kandidaten mit verbesserter Bindungsaffinität, katalytischer Effizienz oder Selektivität zu generieren.
  • F: Wie integriert sich das computergestützte Substratdesign in das experimentelle Screening?

    A: Computergestützte Vorhersagen wirken als Filter und reduzieren Tausende potenzieller Substrate auf eine handhabbare Shortlist. Diese Kandidaten können dann in unserer Substratbibliothekskonstruktion oder im Hochdurchsatz-Screening getestet werden, was einen effizienten End-to-End-Workflow schafft.
  • F: Welche Vorteile bringt die Einbindung von computergestütztem Design in mein Projekt?

    A: Vorteile sind unter anderem
    • Zeit- und Kostenersparnis durch Reduktion von Versuch-und-Irrtum im Labor.
    • Mechanistische Einblicke in Enzymflexibilität, Bindungsorientierung und Induced-Fit-Mechanismen.
    • Priorisierung von Treffern durch prädiktives Scoring vor der experimentellen Validierung.
    • Ermöglicht rationales Engineering, indem Mutagenese oder Inhibitordesign mit klaren Strukturinformationen unterstützt werden.
  • F: Für welche Enzyme ist das computergestützte Substratdesign besonders vorteilhaft?

    A: Dieser Service ist für alle Enzymklassen wertvoll, besonders aber für Kinasen, Phosphatasen und Proteasen, bei denen die Substratspezifität entscheidend ist. Er ist auch effektiv für neuartige oder wenig charakterisierte Enzyme, bei denen experimentelle Bibliotheken allein die wahren Bindungspräferenzen möglicherweise nicht erfassen.
  • F: Wie werden die computergestützten Ergebnisse bereitgestellt?

    A: Wir liefern detaillierte Berichte einschließlich Docking-Scores, Bindungsmodi und einer Rangliste der Substratkandidaten für weiterführende Tests.

Referenzen:

  1. Barruetabeña N, Alonso-Lerma B, Galera-Prat A, et al. Resurrection of efficient Precambrian endoglucanases for lignocellulosic biomass hydrolysis. Commun Chem. 2019;2(1):76. doi:10.1038/s42004-019-0176-6
  2. Hu L, Luo R, Wang D, Lin F, Xiao K, Kang Y. SERS-based microdroplet platform for high-throughput screening of Escherichia coli strains for the efficient biosynthesis of D-phenyllactic acid. Front Bioeng Biotechnol. 2024;12:1470830. doi:10.3389/fbioe.2024.1470830
  3. Pérez-Rodríguez G, Gameiro D, Pérez-Pérez M, Lourenço A, Azevedo NF. Single molecule simulation of diffusion and enzyme kinetics. J Phys Chem B. 2016;120(16):3809-3820. doi:10.1021/acs.jpcb.5b12544
  4. Upadhyay V, Boorla VS, Maranas CD. Rank-ordering of known enzymes as starting points for re-engineering novel substrate activity using a convolutional neural network. Metabolic Engineering. 2023;78:171-182. doi:10.1016/j.ymben.2023.06.001
  5. Xu S, Zhou L, Xu Y, et al. Recent advances in structure‐based enzyme engineering for functional reconstruction. Biotech & Bioengineering. 2023;120(12):3427-3445. doi:10.1002/bit.28540
  6. Zelnik ID, Mestre B, Weinstein JJ, et al. Computational design and molecular dynamics simulations suggest the mode of substrate binding in ceramide synthases. Nat Commun. 2023;14(1):2330. doi:10.1038/s41467-023-38047-x

Nur für Forschungs- und Industriezwecke. Nicht für den persönlichen Gebrauch bestimmt. Bestimmte Produkte in Lebensmittelqualität eignen sich für die Formulierungsentwicklung in Lebensmitteln und verwandten Anwendungen.

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